Neanderkirche  50ee7394ddfc33.23916072Unsere Tour führt Sie durch ins Zentrum der Düsseldorfer Innenstadt zwischen Rheinufer und Hauptbahnhof, Kunstakademie und Bankenzentrum, die Düsseldorfer Altstadt. An der Stelle, an der die kleine Reformierte Gemeinde 1610 ihr erstes Predigthaus errichtete, wurde die "Größere evangelische Kirche" im Hinterhof zwischen Bolkerstraße und Andreasstraße im Jahre 1684 von einer stark gewachsenen Gemeinde eingeweiht. Die Neanderkirche ist eine barocke Saalkirche mit einem reformierten Raumkonzept. Die Predigtkanzel - wahrscheinlich von Marcel Cagnon - steht ganz im Mittelpunkt.


Joachim Neander war "Rector der reformierten Lateinschule zu Düsseldorf" in der Zeit von 1674 bis 1679. Er ist Komponist und Dichter wichtiger Kirchenlieder, die rund um die Welt in den meisten Kirchen bekannt sind. (Lobet den Herren, Wunderbarer König...).

Erst im Jahre 1916 wurde die Kirche in der Altstadt nach ihm benannt. Sie ist damit sozusagen die Mutterkirche der Düsseldorfer Gemeinden. Der barocke Saalbau ist mit einer Kanzel ausgestattet, die von Marcel Cagnon stammt, der Altar wurde nach einer Renovierung 1959 von Eva Limbach gestaltet. 1963 wurde die Rieger-Orgel als Synthese europäischer Orgelschulen eingebaut.

  

Heinrich Heine drückte im Nachbarhaus die Schulbank, sein Geburtshaus liegt gegenüber auf der Bolkerstraße.

In den letzten Jahrzehnten gingen von hier wichtige Impulse für eine neue kirchliche Musikkultur aus. Heute ist die Neanderkirche mit ihren Kantatengottesdiensten Mittelpunkt des gottesdienstlichen Gemeindelebens. Sie ist beliebt für Trauungen und Taufen, hier hat die Reihe 3 mal Neu einen festen Platz, Gemeindefeste, Weihnachtsmarkt, Altstadtherbst und sommerliche Orgelkonzerte verbinden Kirche und Altstadt. Der Hauptgottesdienst am Sonntag beginnt um 11 Uhr.


Das Gemeindezentrum an der Bolker Strasse heißt Rudolf-Harney-Haus. 

Rudolf Harney war in den 30er Jahren Pfarrer und Superintendent in Düsseldorf und stand auf der Seite der Bekennenden Kirche gegen die Nationalsozialistischen Deutschen Christen. Das Gemeindezentrum neben der Neanderkirche ist heute Zentrum für Seelsorge und Glaubensbildung. Hier finden Gesprächskreise, Selbsthilfegruppen und Glaubenskurse für Erwachsene statt.
Es beherbergt den Chor der Neanderkirche,Gesprächskreise und den Treffpunkt "Neander am Nachmittag".



Johanneskirche

Die große Stadtkirche am Martin-Luther-Platz heißt Johanneskirche. Sie ist seit 1995 die Stadtkirche des Kirchenkreises Düsseldorf mit Kircheneintrittsstelle und Zentrum für die große Kirchenmusik, für Ausstellungen und Großveranstaltungen.

In der Nähe der Geschäftsstraßen, der Börse und den Verwaltungszentren bietet sie als offene Kirche einen Anlaufpunkt im Alltag, mit einem Kirchencafe, den 10-Minuten Andachten, der Möglichkeit zum persönlichen Gespräch und vielen Veranstaltungen. Die Johanneskirche, 1881 erbaut, steht in ihren Gottesdiensten für die lutherische Tradition Düsseldorfs. 
Der Hauptgottesdienst in der Johanneskirche beginnt sonntags um 10 Uhr.


Gemeindezentrum Schützenstraße
Schließlich versteckt sich in einem der alten Düsseldorfer Wohnviertel in der Schützenstraße das Wilhelm Schreiner Haus.

Wilhelm Schreiner war Pfarrer der Johannes- Kirchengemeinde in den Jahren von 1932 bis 1942, leitete die Diakonie in Düsseldorf und beteiligte sich an der Auseinandersetzung gegen die national-sozialistischen Deutschen Christen an der Seite von Pfarrer Harney. Er lebte in einem Pfarrhaus auf der Mozartstraße und starb in einem Bombenangriff 1943 mit acht seiner Familienmitglieder. Das Gemeindehaus an der Schützenstraße, schon 1893 als kleines Backsteingebäude gebaut und bis dahin als „Tersteegenhaus" Sitz des Ev. „Vereins für Gemeindepflege der Jugend" wurde nach der Zerstörung für die Bedürfnisse einer rasant gewachsenen Großstadt als großes Gemeindezentrum neu aufgebaut und bekam dann seinen Namen. In den 70 er Jahren wurde es um die Seniorenclubräume erweitert und ist heute ein Haus mit Bewegung, ein Veranstaltungszentrum für alle Altersgruppen.

Das Zentrum wurde 2015 abgerissen, an diese Stelle wird das Kirchenfenster, Quartierstreffpunkt neu gebaut. Als Provisorium ist zur Zeit ein Ladenlokal in der Gerresheimer Straße in Betrieb.